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Fachdienst Umwelt und Natur etabliert Neophyten-Management

Der Fachdienst Natur und Umwelt im Salzlandkreis etabliert ein Neophyten-Management. Das Management gegen die Verbreitung nicht heimischer Pflanzen ist im Sachgebiet Natur- und Artenschutz integriert. Ziel ist es, einheitliche Bedingungen für eine erfolgreiche und nachhaltige Bekämpfung invasiver Arten zu schaffen. Die Leitung, Planung und Organisation im Salzlandkreis erfolgt durch Steffen Amme. Der Ansprechpartner im Fachdienst Natur und Umwelt ist unter der Telefonnummer 03471 684-1937 oder per E-Mail:  zu erreichen. Meldungen und Hinweise zu Standorten schädlicher Pflanzen können unter Nutzung dieser Kontaktdaten erfolgen.

 

Hintergrund: Nicht heimische Pflanzen, die sich mit oder ohne Unterstützung des Menschen dauerhaft ausbreiten, werden als „Neophyten“ bezeichnet. Viele der „neuen“ Arten wurden als Zier- oder Nutzpflanzen angesiedelt. Andere wurden hingegen unbeabsichtigt mit Saatgut oder anderen Handelsgütern eingeschleppt. Einige dieser invasiven Neophyten-Arten wirken sich negativ auf die Gesundheit aus. Bestes Beispiel hierfür ist der Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum), auch Herkulesstaude genannt. Weiter können diese unerwünschte Auswirkungen auf andere Arten, Lebensgemeinschaften oder Biotope haben, oft auch ökonomische Probleme verursachen.

Hauptsächlich verbreiten sich die nicht einheimischen Arten entlang von Hauptverkehrswegen (Straßen oder Bahngleisen), Fließgewässern, über Deponien oder gelangen durch Bepflanzungen in natürliche Lebensräume. Die invasiven Arten breiten sich beispielsweise zunehmend an Fließgewässern aus. Dies führt nicht nur zu einer Beeinträchtigung der heimischen Artenvielfalt, sondern erschwert auch die Gewässerunterhaltung. Viele invasive Neophyten weisen bestimmte Merkmale auf, die es ihnen ermöglichen, sich rasant auszubreiten. Dazu zählen: hohe Anpassungsfähigkeit an verschiedene Standorte, schnelle Vermehrung über Samen, Knollen oder Rhizome sowie die gute Verbreitungsfähigkeit durch flugfähige Samen. 

Invasive, nicht-einheimische Arten werden weltweit in zunehmendem Maße bekämpft, da sie einheimische Arten und Lebensgemeinschaften verdrängen und somit negativ auf die biologische Vielfalt einwirken können. Auch im Salzlandkreis ist das Thema in den Vordergrund gerückt. Das Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) schreibt sowohl Management als auch Monitoring invasiver Arten vor, um Gefährdungen von Ökosystemen, Biotopen und einheimischen Arten entgegenzuwirken.

Seitdem Menschen Ackerbau, Viehzucht und Handel betreiben, werden Pflanzen- und Tierarten in Regionen verbreitet, in denen sie ursprünglich nicht vorkamen. Seit der Entdeckung Amerikas 1492 begann ein reger Handel zwischen den Kontinenten, wodurch mit den Handelsgütern in bis dahin umbekanntem Umfang Arten in neue Lebensräume gelangten. Dadurch stieg die Anzahl der sogenannten „neuen“ Arten stark an.

 

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